neues aus der roiberhöhle
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sonntagsgedanken

24.09.06

am wochenende war großes kartoffelfest im süden berlins. da konnte man unter anderem kartoffeln selber ernten (pflücken, sammeln, auflesen, nichtzutreffendes bitte streichen). das sah dann ungefähr so aus (symbolbild):

kartoffelernte in der domäne dahlem (september 2006)

bezahlt werden mussten sie aber am ende trotzdem.

szenenwechsel: nebenan und auch anderswo liefen diese woche spannende diskussionen. in etwas geht es um folgendes: wir produzieren massenhaft user generated content, tauschen, sharen und kommentieren gegenseitig. wir haben natürlich nur kosten (zeit, blut, schweiß), andere verdienen dabei (seitenbetreiber, werbefuzzis und so weiter). spiegel offline berichtet heute, dass die “alten” content-anbieter (rtlsat1pro7bild) jetzt auch ins geschäft drängen.

das ende also von der avantgarde, willkommen im mainstream? versinken wir wieder in der mittelmäßigkeit? oder war das ganze webichkannsnichtmehrhörenpunktnullgelaber nur gelaber und übrig bleiben die runden ecken und verlaufsfilter?

keine ahnung, aber im endeffekt ist es doch wie kartoffelpflücken: es geht um den spaß an der sache, nicht ums ergebniss. denn nach dem pflücken kam das kartoffelfeuer:

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und zum schluss noch die mittlerweile üblichen warnhinweise:

Obwohl es sich bei der Kartoffel um ein Lebensmittel handelt, sind alle oberirdischen Teile dieser Pflanze giftig. Der Verzehr dieser Teile kann im Extremfall den Tod zur Folge haben. quelle

merkwürdigkeiten

14.09.06

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studiengebühren einführen? ja bitte, aber doch nicht in berlin. wir leben hier jetzt schon unter dem existenzminimum. der spiegel orakelt von 2.500 euro pro semester und mir wird schlecht. zum vergleich: ein kitaplatz in berlin kostet 40 - 100 (geht auch höher, nur dann haben die eltern wirklich knacke). und die vorschule gibts da gratis dazu. jetzt könnte ich hier noch die pro und contras der studiengebühren analysieren. doch da hab ich jetzt keine lust zu. am sonntag sind wahlen.

in bielefeld jedenfalls fehlt ein schlüssel. wenn das mal keine nachricht ist.

nachgebloggt

08.09.06

die zitty ist jetzt auch angekommen in der zukunft und präsentiert sich ähnlich wie spon in einem satten weinrot. vorbei die dilettantischen tage des webdesign, wo noch der sohnemann vom chef die seiten programmiert hat (“der lädt sich immer mp3, da kann er auch html”). aber am meisten beeindruckt mich immer noch der umschaltbutton auf last.fm oben rechts. da kann man ganz easy von rot auf schwarz switchen. ach welche überraschungen bietet doch das netz. immer wieder und jeden tag aufs neue.

ein wenig licht in diesen dunklen tagen:

29.08.06

remember: the truth is rarely on top of a bread

habe gerade mit deinem behandelnden chefarzt geredet. er will seinen namen nicht genannt haben, aber ich denke, wir wissen beide, von wem ich rede. du bist in keinem krankenhaus und mit der schulmedizinischen psychatrie kann man das eigentlich auch nicht vergleichen. es ist ein bundesweites experiment. mit dir nehmen noch ein dutzend weiterer patienten teil. ziel ist nicht die resozialisierung von hoffnugslos hysterischen mitmenschen sondern das heranzüchten von echten psychowracks. sozusagen ein potenzieren der latent vorhandenen macken in jedem von uns. es liegt also keineswegs an deiner verfassung, dass du ausgewählt wurdest. reiner zufall oder, in den lakonischen worten des mannes vom fach: ‘dumm gelaufen’, dazu grinste er auch noch müde.

nun, wozu aber das ganze? steckt ein tieferer sinn dahinter? dazu wollte er sich nicht äußern, meinte nur, es gebe vermutungen innerhalb des kollegenkreises, worauf ich aber lieber nicht wetten solle. später sprach ich dann mit einer schwester, die du sicher auch schon gesehen hast. sie lächelte verschwörerisch, zog mich in eine ecke, nachdem sie sich dreimal umgesehen hatte und flüsterte mir ungefähr folgendes zu: wir züchten hier die mitteleuropäische antwort auf nahöstliche selbstmordattentate, die elite sozusagen. sprachs und ging. dieses leuchten in ihren augen hatte ich vorher noch nie gesehen.

merkwürdig bleibt trotzdem, warum sie denn gerade dich für ihre zwecke benutzen. uns außenstehenden wird das ewig ein rätsel bleiben und kopfschüttelnd-ratlos schauen wir bei diesen menschenverachtenden zuständen zu.

halt den kopf oben und antworte, wenn dich wer fragt. raus kommst du da eh nicht mehr. lass uns aber trotzdem in kontakt bleiben.

mitfühlend, carsten

nachgedacht

27.08.06

schüler nerven. kaum hat die schule wieder begonnen, sind die straßen wieder voll. sie steuern scheinbar unkoordiniert durch die stadt. warum? hier im sozialen absteigermillieu haben sie auch noch alle ein plärrendes handy in der hand und müssen sich anbrüllen, damit sie sich verstehen. ich muss wohl irgendwann alt geworden sein in den letzten jahren. grausam. vorhin hab ich feierlich meine neue ausstellung eröffnet. es gab häppchen und sekt in viel zu kleinen gläsern. danach eine psychedelische party und der dj war total besoffen. legendär sozusagen.

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zwischen praktikum und nebenjob, familiären verpflichtungen und saufen bleibt wenig zeit zum fotografieren. deswegen in den nächsten wochen bilder von der festplatte. mehr oder weniger gut bearbeitet. ende der durchsage

sommer in berlin

15.08.06

die tage des sommers schleichen vor sich hin, das wetter ist auch irgendwie mies und zur zeit scheint alle welt im urlaub. so richtig schlechtgelaunt bin ich ja nicht, trotzdem sollte man es auch mal sagen dürfen. johnny machts ja auch.

im libanon endlich wieder frieden? broder schreibt wunderbar über grass und ullrich. und bei dell brennen die akkus. selbst in den medien passiert also nichts.

es sind bald wahlen in berlin, irgendwie scheints aber niemanden zu interessieren. und die wahlplakate sind so uninspiriert wie schon lange nicht mehr. volksabstimmung zur verfassungsänderung? na dann.

zum glück ist bald wieder schule, da verschwinden dann hoffentlich auch die kids aus dem nachtleben. teilweise war es sehr grausam. sollten wir nochmal drüber reden.

jetzt gehts nach leipzig. vielleicht ist da das wetter besser.

Sommer in Berlin, selbst die Döner werden grün.
Sommer in Berlin, die Spree riecht nach Ruin.

I say it’s so early in the mornin’ (August 2006)