
Verhaltensregeln für Spaß … sowas gibts auch nur in D. gesehen auf den Neuköllner Maientagen in der Hasenheide



…im verkehrsmuseum dresden
vor einiger zeit schon mal gehabt, das deutsche fliesentischmuseum. aus dieser zeit datieren auch viele thesen, z.B. über die Korrelation zwischen Fliesentischbesitz und dem BMI des Nutzers. oder allgemeiner: je fliesentischiger eine wohnung, desto höher die unterschichtwahrscheinlichkeit resp. der auftritt in einer entsprechenden fernsehsendung. ein alter hut.

im wedding trifft man oft auf ausgesetzten sperrmüll, einfach abgestelltes und nicht zur-bsr-gebrachtes. traurig, weil unschön und assi, dieses verhalten. und manchmal ist auch ein fliesentisch dabei, so wie neulich:

was sagt das über den ehemaligen besitzer aus? ob er sich einen komplett neuen flachbrettfliesentisch angeschafft hat? mit kurbel zum höhe verstellen? und modischen kacheln? oder hat er die soziale leiter erklommen und ist dem prekariat entkommen und versucht nun dies auch im wohnzimmermobiliar abzubilden? vorstellbar, allerdings wartet da schon das nächste problem:

“Beate redet gern über Möbel Und sagt: Ikea kommt mir nicht ins Haus Bis auf den Tisch da, der ist von Ikea Der sieht aber nicht nach Ikea aus Respekt verdienen Menschen, die bei Ikea einkaufen Ohne dass es nachher nach Ikea aussieht” [Rainald Grebe: Dreißigjährige Pärchen]


Man merkt schon, es wird nicht einfacher. lesen soziologen mit?
EDIT 15.09.2017: Offenbar gibt es das Fliesentischmuseum nur noch auf facebook.
eine kleinstadt bei nordhausen, oben links in thüringen. kurz vorm harz, kurz vorm westen. keine 7.000 einwohner, dafür eine lange geschichte. und vor allem: meine oma wohnt dort, hier habe ich oft meine sommerferien verbracht, dieser kleine ort wurde zu meine zweiten heimat.
von weitem und wahrscheinlich auch aus dem weltraum sieht man den riesigen rückstandsberg. denn hier wurde jahrzehntelang kalisalz aus der erde geholt. nach der wende war das vorkommen erschöpft bzw. die förderung zu teuer, seitdem fehlen hunderte arbeitsplätze. tourismus gibt es kaum, die jungen ziehen weg und die kleinstadt blutet aus. leerstand, vergreisung - hier hat man den strukturwandel nicht verkraftet. das ist sehr schade, denn es ist eine schöne stadt mit viel fachwerklicher altbausubstanz.
und viel wald und bergen, ideal zum wandern und so.