neues aus der roiberhöhle
no ads 🚫 no tracking ⛔ no nazis 🚯 no AI 🚩
Veröffentlicht am

ein ambitioniertes buch, was wir so oder so ähnlich schon mal hatten: die lebenslinien der bewohner einer (fiktiven) brandenburgischen kleinstadt in der lausitz. wir begleiten die protagonisten von den 70ern bis heute. die großen themen und umbrüche verweben sich mit dem leben im kleinen. da sind die kirchliche opposition in der ddr, ungewollte schwangerschaften. die wendezeit inklusive der stürmung der örtlichen stasi-zentrale. syrische soldaten in der NVA. versteckte homosexualität, arbeitslosigkeit. und corona als großes thema bis hin zum überfall rußlands auf die ukraine. entscheidungen in der vergangenheit strahlen in die gegenwart, ungelöste konflikte und jugendliebe erklären handlungsmuster.

es ist alles ein bisschen viel für ein buch. der autor springt in den zeiten und figuren, dass einem schwindelig wird. manche situationen und dialoge sind großartig, manches dümpelt vor sich hin. es gibt keinen erhobenen zeigefinder, der autor verurteilt seine protagonisten nicht. das buch taugt auch kaum, um die ostdeutschen zu erklären (was auch kaum gelingen würde in einem roman). vielmehr verdeutlicht er, dass persönliche probleme, freundschaften, familie eine wichtigere rolle spielen als politische systeme und repressionen.

in fünf jahren wird das keiner mehr auf dem schirm haben, dafür ist es zu aktuell, zu nah an der gegenwart.