neues aus der roiberhöhle
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buchcover “Frankie und Freddie, geboren 1982

ich hatte schon mal was zur serie geschrieben.

westberlin in den frühen achtzigern. die gebrüder lehmann suchen eine tasche, es ist alles nicht so einfach. und ob sie nach bremen fahren zu weihnachten, zu muttern und vatern, das ist nicht so ganz klar. wir begleiten die beiden einen ganzen tag und fahren mit der ubahn unter ostberlin durch. das ist aufregend, die gespräche finden kein ende und die gedanken kreisen. weil beide was anderes wollen, der eine endlich mal ankommen, der andere nach new york. dazwischen die freunde, die alle ein bisschen drüber oder drunter sind und alle was zu sagen haben. denn hier wird vorwiegend gesprochen, denn es passiert nicht viel, nicht mal der kadett springt an. und karl schmidt ist unterwegs und muss schnee schippen alle vier stunden, weil es plötzlich schneit. da muss dann jemand in der kneipe aushelfen, weil karl kann ja nicht.

das buch reiht sich ein in den kanon, liest sich auch wunderbar ohne die anderen zu kennen und die reihenfolge ist gar nicht so wichtig, wir sind hier nicht bei hobbits. ich habe nie in westberlin gelebt, aber die bücher beschreiben ein ganz bestimmtes wohliges lebensgefühl. mit anfang zwanzig weiß man wenig und noch weniger, was man will. und da ist ort und zeit dann auch egal, das ist universell. die ängste und sorgen und die gewißheit, dass es morgen weiter geht. aber dass es auch egal ist, was morgen ist. nur zufällig passt die eingemauerte stadt anfang der achtziger mit seiner subkultur in kreuzberg ganz wunderbar zu diesem lebensabschnitt. aber vielleicht romantisiere ich da und regener auch ein bisschen.